Shoot Me!

_T4F2283Das Drehen eines Videos als performativer Handlungsablauf. Eine Performance zum mitnehmen.
I am the kino-eye, I am the mechanical eye, I am the machine that shows you the world as only a machine can see it. From now on I will be liberated from immobility. I am in perpetual movement. I draw near to things, I move myself away from them, I enter into them, I travel toward the snout of a racing horse, I move through crowds at top speed, I percede soldiers on attack, I take off with airplanes, I flip over on my back, I fall down and stand back up as bodies fall down and stand back up.
Ich bin das Kinoauge. Ich bin ein mechanisches Auge. Ich, die Maschine, zeige euch die Welt so, wie nur ich sie zu Sehen im Stande bin. Von heute ab und in alle Zukunft befreie ich mich von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener Bewegung. Ich nähere mich Gegenständen und entferne mich von ihnen, ich krieche unter sie, ich klettere auf sie, ich bewege mich neben dem Maul eines galoppierenden Pferdes. Ich rase mit voller Fahrt in die Menge, ich renne vor angreifenden Soldaten her, ich werfe mich auf den Rücken, ich erhebe mich zusammen mit Flugzeugen, ich falle und steige zusammen mit fallenden und aufsteigenden Körpern. Von einem nehme ich die stärksten und geschicktesten Hände, von einem anderen die schlankesten und schnellsten Beine, von einem dritten den schönsten und ausdrucksvollsten Kopf und schaffe durch die Montage einen neuen, vollkommenen Menschen.“

Dziga Vertov Kinoki: Umsturz (1923)

Konzept, Realisation und Performance: Luke Baio, Dominik Grünbühel
Musik: Mathias Koch, Herbert Michael Kopitar
Kostüm: Goran Bugarić, Stephan Röhrle

Produktion: Pufferfish Kunstverein in Kooperation mit Tanzquartier Wien und den Wiener Festwochen, unterstützt von MA7 & Bm:UKK